Open? Was bedeutet „offen“? Die SPARKX Open Initiative
Was kann man mit einem 3D-Drucker außer Drucken noch machen? Manche Maker optimieren Kühlluftkanäle oder konstruieren Halterungen neu. Andere beschäftigen sich gerne intensiver mit der Mechanik und Elektronik hinter der Maschine. Für alle, die gerne tüfteln, steckt in einem Drucker oft weit mehr, als im Handbuch beschrieben wird.
Heute, am 20. Oktober, veröffentlichen wir die erste Reihe struktureller CAD-Referenzdateien und PCBA-Schnittstellenspezifikationen für den SPARKX i7 im offiziellen GitHub-Repository von Creality:
https://github.com/CrealityOfficial/SPARKX_I7
1. Es begann nicht mit SPARKX
Der Ender-3 hat dazu beigetragen, 3D-Druck erschwinglicher zu machen. Dadurch konnten mehr Menschen ihren ersten 3D-Drucker nutzen und die Technologie fand ihren Weg in Haushalte, Klassenzimmer und Werkstätten.
Wir stellten strukturelle Konstruktionsdateien, Schaltpläne, Informationen zur Verkabelung und Firmware-Ressourcen bereit. So konnten Nutzer ihre Geräte besser verstehen und modifizieren, während Entwickler und Zubehörhersteller eine technische Grundlage für eigene Erweiterungen erhielten.
Die Ender-3-Community ging noch einen Schritt weiter. Neue Zubehörteile, Softwarelösungen und Modifikationen entstanden kontinuierlich – ebenso wie Modelle, Tutorials und Erfahrungen aus der Praxis. Einige Maker verbesserten Kühlluftkanäle und Halterungen. Andere bauten ihre Drucker zu Lasergravierern oder Zeichenplottern um.
Mit der Zeit wurde aus einem einzelnen Drucker der Ausgangspunkt für viele weitere Projekte. Maker entwickelten neue Zubehörteile, Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten. Dateien aufzubereiten, Tutorials zu schreiben und praktische Erfahrungen zu teilen, kostet Zeit und Arbeit. Wir schätzen diese Beiträge sehr und haben aus der kontinuierlichen Arbeit von Open-Source-Projekten, Entwicklern und Nutzern viel gelernt und davon profitiert.
Creality Print: Open Source in der Praxis
Derselbe Gedanke der Offenheit gilt auch für unsere Slicing-Software. Der Quellcode von Creality Print ist öffentlich auf GitHub verfügbar. Wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr Entwickler beteiligen und die Software gemeinsam mit unserem Team weiter verbessern.
Im Rahmen der jeweils geltenden Lizenzen können Entwickler den Code untersuchen, verändern und weitergeben, Funktionen auf Grundlage realer Anforderungen beim 3D-Druck verbessern oder eigene Änderungen zum Projekt beitragen.
Wir haben bereits gesehen, welchen konkreten Unterschied diese Zusammenarbeit machen kann. Entwickler aus der Community haben die japanische Benutzeroberfläche von Creality Print verbessert und ein Problem beim Kompilieren des Quellcodes unter macOS behoben. Beide Beiträge wurden inzwischen in das offizielle Projekt übernommen.
Von den Oberflächendetails, die Nutzer täglich sehen, bis hin zu technischen Herausforderungen, mit denen Entwickler im Hintergrund konfrontiert sind: Die Community trägt aktiv dazu bei, Creality Print weiterzuentwickeln.
Wer den Quellcode erkunden oder nachvollziehen möchte, was sich von Version zu Version geändert hat, findet beides auf GitHub:
Creality Print Source Code:
https://github.com/CrealityOfficial/CrealityPrint
Creality Print Releases & Updates:
https://github.com/CrealityOfficial/CrealityPrint/releases/
Vom Ender-3 über Creality Print bis hin zu SPARKX möchten wir diesen Gedanken von Offenheit und Austausch weiterführen.
2. Was ist in der ersten Veröffentlichung enthalten?
Zunächst zur Mechanik.
Die erste Reihe struktureller CAD-Referenzdateien für den SPARKX i7 umfasst zwei Baugruppen:
- Vollständige Druckerbaugruppe
- Vereinfachte Druckkopfbaugruppe
Angenommen, du möchtest für dein i7-Setup einen individuellen Werkzeug-Organizer entwickeln.
Du weißt bereits, wo Seitenschneider und Ersatzdüsen Platz finden sollen und wie tief die Schubladen sein sollen.
Bevor du mit der Modellierung beginnst, musst du jedoch die Abmessungen des Druckers, die Befestigungspunkte und den verfügbaren Raum rund um benachbarte Komponenten prüfen.
Mit offiziellen CAD-Referenzdateien kannst du die relevanten Geometrien und Konstruktionsdetails direkt überprüfen. Dadurch verbringst du weniger Zeit mit wiederholtem Nachmessen und Testanpassungen und kannst dich stärker auf die eigentliche Optimierung deines Designs konzentrieren.
Als Nächstes: die Hardware-Schnittstellen.
Wir veröffentlichen außerdem Schnittstellenspezifikationen und Definitionen für zwei PCBAs:
- MainBoard
- ExtruderBoard
Wenn du die Hardware-Verbindungen des Druckers untersuchen oder eine Erweiterung entwickeln möchtest, helfen dir diese Dokumente dabei, die verfügbaren Schnittstellenspezifikationen zu prüfen und einzuschätzen, ob deine Idee technisch umsetzbar ist.
Sowohl die strukturellen als auch die hardwarebezogenen Ressourcen werden unter der Open Community License (OCL v1.1) veröffentlicht. Innerhalb der Bedingungen dieser Lizenz kannst du die Dateien untersuchen, verwenden, verändern und weitergeben.
Wenn du abgeleitete Werke weiterverbreiten oder die Ressourcen kommerziell nutzen möchtest, lies bitte die vollständigen Lizenzbedingungen im GitHub-Repository.
3. Wie geht es mit i7 und i8 weiter?
Dies ist erst der erste Schritt der SPARKX Open Initiative.
Wenn du tiefer in das System einsteigen möchtest, musst du nicht auf die nächste Veröffentlichung warten. Sowohl SPARKX i7 als auch i8 bieten bereits Zugriff auf Fluidd, Moonraker und SSH. Damit erhalten Entwickler einen Ausgangspunkt, um das System zu untersuchen und mögliche Erweiterungen zu erkunden.
SPARKX i7: Die erste Reihe struktureller Dokumentationen und Hardware-Schnittstellen ist jetzt verfügbar. Weitere software- und firmwarebezogene Ressourcen sollen schrittweise veröffentlicht werden.
SPARKX i8: QuarTeks ist die Grundlage des Vierkanal-Mehrfarbsystems des i8. Vier unabhängige Filamentpfade führen zu einem gemeinsamen Hotend und einer gemeinsamen Düse. Der schnelle Kanalwechsel reduziert das wiederholte Laden und Entladen, das bei herkömmlichem Mehrfarbdruck erforderlich ist. Dadurch lassen sich sowohl Zeit als auch Filament sparen.
Damit diese Wechsel zuverlässig funktionieren, müssen Hardware und Steuerungssoftware eng aufeinander abgestimmt sein.
Deshalb haben wir Firmware und Steuerungsroutinen speziell für QuarTeks entwickelt und optimiert.
Dazu gehören unter anderem die Koordination der Auswahl des Filamentkanals mit der Extrusionssteuerung, die Prüfung, ob der Schaltmechanismus die korrekte Position erreicht hat, die Erkennung von Zeitüberschreitungen sowie das erneute Ausführen fehlgeschlagener Wechsel.
Das System überwacht außerdem Filamentende und Filamentbewegung in jedem Kanal und steuert das automatische Laden und Entladen des Filaments, Statusprüfungen vor dem Druck sowie die Fehlerbehandlung.
Zusammen tragen diese Mechanismen dazu bei, den Mehrfarbdruck effizient und zuverlässig zu gestalten.
Auch der Slicer spielt dabei eine Rolle. Ein Teil des erforderlichen Spülmaterials kann gezielt in die Füllstruktur des Modells geleitet werden. Dadurch lässt sich die Abhängigkeit von einem Purge Tower reduzieren und zusätzlicher Filamentabfall vermeiden.
Wie funktioniert ein Kanalwechsel im Detail? Wie erkennt das System ein Problem, und wie reagiert es, wenn etwas nicht wie vorgesehen funktioniert?
Genau solche technischen Details möchten wir mit der Community teilen. Sobald weitere Ressourcen verfügbar sind, hoffen wir, dass Entwickler einen tieferen Einblick in die Funktionsweise von QuarTeks erhalten und eigene Ideen dazu beitragen können, Geschwindigkeit, Materialeffizienz und Fehlerbehandlung beim Mehrfarbdruck weiter zu verbessern.
Für den SPARKX i8 planen wir, ausgewählte strukturelle, hardwarebezogene, softwarebezogene und firmwarebezogene Ressourcen schrittweise zu veröffentlichen. Die vollständige Veröffentlichung soll innerhalb von sechs Monaten nach dem offiziellen Verkaufsstart abgeschlossen sein.
4. Jetzt seid ihr gefragt
Wir stellen diese technischen Ressourcen zur Verfügung, damit mehr Menschen lernen, experimentieren, entwickeln und ihre Erkenntnisse mit anderen teilen können.
Wir möchten weiterhin gemeinsam mit unserer Community lernen und wachsen. Wir hoffen, dass die heute veröffentlichten Dateien euch eine nützliche Grundlage für eigene Projekte bieten.
Was würdet ihr mit diesen Dateien entwickeln? Welche technischen Ressourcen sollen wir als Nächstes veröffentlichen?
Ladet die erste Reihe der SPARKX-i7-Ressourcen herunter und beteiligt euch an der Diskussion in unserer offiziellen Community. Wir freuen uns darauf, eure Designideen, Erfahrungen mit Modifikationen und Wünsche für zukünftige Veröffentlichungen kennenzulernen.
SPARKX-i7-Ressourcen auf GitHub:
https://github.com/CrealityOfficial/SPARKX_I7
Das SPARKX Team
20. Oktober 2026
Auch interessant

Lernen Sie die neuen 3D-Drucker Ender-3 V3 Neo und Mega kennen

Creality Pika Neuheit: Starten Sie jetzt mit Ihrem ersten KI-3D-Scanner



